Kurznews
Oldiestar* nicht mehr über Mittelwelle in Berlin
| Oldiestar* stellt den Sendebetrieb über die Mittelwellenfrequenz 603 kHz im Großraum Berlin ein. Die Frequenz hat eine bewegte Vergangenheit. Einst war sie in Königs Wusterhausen für Radio DDR1/Sender Potsdam in Betrieb. Nach der Wende war für kurze Zeit der RTL Oldiesender zu hören, zwischen 1995 und 1996 nutzte dann JazzRadio die Frequenz, nun aus Köpenick. Zwischen 1996 und 2008 sendete die Stimme Russlands über die 603, die letzten Jahre aus Zehlendorf. Seit Dezember 2009 nutzte schließlich Oldiestar* die Frequenz. |
Kommentare








Denn ob ich nun mit nen paar Watt bei Ukw oder KW bei Mittelwelle strahle, ist schon ein Unterschied. Ich konnte Oldiestar bis Dresden hören . Wir waren es gewohnt MW zu hören ... Feix.
Zu den polnischen Sendern , das stimmt , was die braten ist unglaublich. Bis Dresden sind die UKW Frequenzen zu Teil manchmal zu empfangen .
Deutschland muss sparen , sonst ist kein Geld mehr übrig für Rettungsschirme.
LG
Ich stimme da definitv zu, dass das höchstinstanzliche Urteil zur Vergabeentscheidung Richtungswirkung haben wird. Ist ein schmaler Grat zwischen nötiger Kontrolle der Entscheidungen und de facto-"Entmachtung", da am Ende nicht die Entscheidung der Medienanstalt sondern des Verwaltungsgerichts gilt.
In Österreich muss gerade zum Beispiel auch eine Ausschreibung in Innsbruck zum zweiten Mal durchgeführt werden (kein Einzelfall), da sie angefochten wurde. So etwas zieht die Verfahren natürlich auch unendlich in die Länge.
Die 603 kHz aufzugeben war eine alleinige Entscheidung von Oldiestar*, da hat die mabb direkt nichts mit zu tun (die sucht seit Jahren händeringend Interessenten für die diversen Mittelwellenfrequenzen im Großraum Berlin - und findet keine).
Es bleibt spannend zu verfolgen, wie die nächsten Instanzen die Vergabe der 98,2MHz an Oldiestar beurteilen. Sollte das Urteil so stehen bleiben, ist in der Tat der Gestaltungsspielraum der mabb bei Lizenzentscheiden künftig eingeschränkter (Medienanstalten haben aber auch noch andere Aufgaben, Medienpädagogik u.a.. Ob es 14 davon braucht ist diskutabel). Ich finde es allerdings auch etwas verdreht, der mabb jetzt vorzuwerfen, dass sie einen neuen Anbieter ausgewählt hat (ob jedoch dabei Verfahrensfehler gemacht wurden, müssen wohl oder übel Gerichte klären).
Der polnische Sender auf 105,0 MHz war zuerst da (auch mit dieser Sendeleistung). Die 104,9 wurde später koordiniert (für Radio Power 4 einst). Gut gewählt ist sie, so dicht an dem Großsender aus Zielona Gora, beileibe nicht. Auch im kompletten europäischen Ausland werden so gut wie keine Hochleistungssender mehr koordiniert, das UKW-Band ist voll von Island bis Athen, und von Portugal bis ins Baltikum. Regionen in Grenzlage haben immer den Nachteil, dass dort weniger Frequenzen zur Verfügung stehen (auf beiden Seiten). Deutschland wird aber nicht benachteiligt. Es ist wenn überhaupt ein wechselseitiges Blockieren und Wettrennen um die letzten Krümel. Die internationale Frequenzabstimmung läuft im Rahmen der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) und nicht der EU.
Eine Problemebene ist allerdings der deutsche Föderalismus, der bei all seinen positiven Seiten, zusätzlich eine umständliche inländische Abstimmung von Nöten macht und Prozesse in die Länge zieht (siehe Rhein-Main Gebiet usw.).
Joachim aus Berlin - Reinickendorf
Achim und Angelika aus Erfurt